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Vorwürfe gegen Til Schweiger: Constantin veröffentlicht Bericht - FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Constantin Film hat zu den Vorfällen, die es bei den Dreharbeiten zu dem Kinofilm „Manta, Manta – Zwoter Teil“ von und mit Til Schweiger gegeben hat und die für einiges Aufsehen sorgten, eine externe Untersuchung in Auftrag gegeben. Deren Ergebnis nun fällt gemischt aus: Die Mehrheit der Mitwirkenden habe die Stimmung am Set als „sehr gut“, „gut“ oder „o. k.“ bezeichnet, eine „nicht unerhebliche Zahl“ habe hingegen angegeben, die Lage am Set sei „eher mäßig“ oder „schlecht“ gewesen, vier der Befragten meinten „sehr schlecht“. Ein „generelles Klima der Angst“ nahm die große Mehrheit der Befragten nicht wahr, Einzelne meinten indes, sie hätten entweder selbst Angst empfunden oder dies bei anderen wahrgenommen.

Alkohol am Set

Dass der Regisseur und Hauptdarsteller während des Drehs Alkohol zu sich nahm, bestätigten viele der Befragten. Auf diesen lasse sich auch eine „tätliche Auseinandersetzung“ mit „einer leitenden Person aus dem Produktionsteam“ zurückführen. Einzelne Mitwirkende hätten zudem Til Schweigers Sprachjargon als „grenzwertig, übergriffig und verletzend“ empfunden. Andere empfanden den Regisseur hingegen als „wertschätzend“ in seinem Verhalten und betonten seine „Großzügigkeit“. Als „sexistisch zu wertende Übergriffe“, sagte der Anwalt Mathias Schwarz bei der Vorstellung seiner Expertise, habe man nicht feststellen können. Eine Szene mit drei Komparsinnen, die einige Mitwirkende „problematisch“ fanden, sei mit den Betreffenden abgesprochen gewesen und mit deren Zustimmung gedreht worden, eine mehrfach gedrehte Kussszene hätten Einzelne als „unangenehm“ empfunden. Die Bezeichnungen „Imperator“ (für Schweiger) und „Todesstern“ (für den Trailer, in dem er auch am Schnitt arbeitete), seien seit Jahren im Umlauf und würden als scherzhaft aufgefasst.

Die Arbeitsbelastung indes war der Befragung zufolge – 50 Interviews hat die Kanzlei SKW Schwarz Rechtsanwälte geführt und damit fast die Hälfte der 108 Mitarbeiter der Produktion gesprochen – für viele sehr hoch. Die Arbeitsstunden lagen zum Teil über den zulässigen Grenzen. Der Unfall einer Mitarbeiterin, die durch ein Oberlicht fiel und sich schwer verletzte, gehe nicht auf Überarbeitung von Mitarbeitern und die Missachtung von Sicherheitsvorschriften zurück. Die Produzenten, so meinten viele der Befragten, hätten dem Regisseur häufiger widersprechen und bei „zu missbilligendem Verhalten eingreifen müssen“. Die Produzenten wiederum gaben an, das sei erfolgt, doch habe man auch das Risiko gesehen, dass Schweiger die Dreharbeiten abgebrochen hätte – das hätte zu einem Millionenschaden geführt.

Martin Moszkowicz hat als Produzent inzwischen mehr als 300 Kino- und Fernsehwerke betreut. Er ist Vorstandsvorsitzender der Constantin Film und Honorarprofessor an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München.

Martin Moszkowicz hat als Produzent inzwischen mehr als 300 Kino- und Fernsehwerke betreut. Er ist Vorstandsvorsitzender der Constantin Film und Honorarprofessor an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München. : Bild: Constantin Film

Was die Kanzlei SKW Schwarz ausführt, deckt sich in weiten Teilen mit dem, was der Chef der Constantin, Martin Moszkowicz, im Interview mit der F.A.Z. als vorläufigen Stand der Erkenntnisse angedeutet hatte. Der „Spiegel“ hatte von Vorwürfen berichtet, die Mitarbeiter gegen Til Schweiger erhöben, und von „mutmaßlicher Schikane und Gewalt“ geschrieben: Trunkenheit, Geschrei, die Auseinandersetzung mit dem Herstellungsleiter, eine Mitarbeiterin, die sich massiv drangsaliert fühlte, der Arbeitsunfall, die Szene, in der ein Prominenter das nackte Dekolleté einer Komparsin signieren sollte. Eine Anwältin Schweigers wurde mit der Einlassung zitiert, ein Teil der „Sachverhalte“ sei ihrem Mandanten „nicht bekannt“, auch würden „angebliche Sachverhalte“ unterstellt, die es nicht gegeben habe. Das Magazin sei „offenbar nicht umfassend informiert worden“, „Gerüchte“ würden „zu Unrecht als tatsächlich“ dargestellt.

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